Umzug ins Ausand

Es gibt Momente, die bleiben im Gedächtnis, obwohl sie eigentlich ganz unspektakulär sind. Bei mir war es der, als ich in meiner neuen Wohnung in der Schweiz stand und feststellen musste, dass mein deutscher Stecker hier nicht passt. Da stand ich also, zwischen Kartons, Kabeln und einem leicht ironischen
“Willkommen im Ausland.”

Steckdose in der Schweiz mit Adapter für deutsche Geräte

Über solche kleinen Umzugsmomente habe ich mit Aline von Gut.In.Ordnung und Tanja von Ordnungsfan gesprochen. Die beiden sind Gastgeberinnen des Podcasts „ordentlich inspiriert“. Ihre Folgen dauern nur etwa 25 Minuten, sind kurzweilig, herzlich und schaffen es trotzdem, das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Ich
durfte im dritten Teil ihrer Umzugsreihe zu Gast sein – diesmal mit dem Thema „Umzug ins Ausland“.

Ende 2025 war es bei mir nämlich so weit: von Berlin in die Schweiz. Zwischen Kartons, Formularen und Pflanzen mit Abenteuerlust war schnell klar, dass ein Umzug ins Ausland ein wunderbares Training in Gelassenheit sein kann. Zum Glück war ich da schon Ordnungscoach, das half uns ungemein, auch wenn man sich selbst natürlich trotzdem nicht vor kleinen Dramen wie abweichenden Zeitplänen oder verzollungsunwilligen Zimmerpflanzen schützt.

Kleine Schritte statt großes Chaos

Ein Umzug bringt alles, ja alles, erstmal durcheinander, Möbel, Routinen und Gedanken gleichermaßen. Ich erinnere mich, wie ich anfangs 1000 To do`s jonglieren wollte, bis ich gemerkt habe, dass das nicht funktionierte. Also begann ich, in Etappen zu denken: einen Tag für Dokumente, einen Tag für die Küche,
dazwischen einfach atmen. Ordnung entsteht oft genau dort, wo man einen Moment innehält. Wenn man sich bewusst Zeit nimmt, statt alles schnell hinter sich zu bringen. Es geht weniger um Perfektion, als darum, den eigenen Überblick wiederzufinden. Und manchmal reicht dafür schon ein kleiner Schritt, um den Kopf zu
sortieren oder zumindest den Packliste.

Ordnung als Stütze, nicht als Zwang

Mir wurde in dieser Zeit wieder bewusst, dass Ordnung kein starrer Zustand ist. Sie ist ein Werkzeug, das uns hilft, uns selbst besser zu verstehen. Ich sehe sie als zuverlässige Begleiterin, die gerade dann Halt gibt, wenn vieles im Umbruch ist. In meiner Arbeit als Ordnungscoach suche ich nie nach einer Einheitslösung. Jeder
Mensch hat eine andere Vorstellung davon, was „geordnet“ bedeutet. Für den einen ist es ein leerer Schreibtisch, für die andere ein klarer Wocheneinstieg, für jemand Dritten einfach die Gewissheit, dass sich kein Papierstapel heimlich vermehrt. Und genau darum geht es: herauszufinden, welche Ordnung zu einem selbst passt. Manchmal probiert man etwas aus und merkt, dass es nicht funktioniert. Dann ändert
man es, so wie man eben auch bei Steckdosen manchmal den Adapter wechseln
muss.

Ordnung als kleine Form von Wertschätzung

Ich glaube fest daran, dass Ordnung etwas mit Selbstfürsorge zu tun hat. Wenn ich mir die Zeit nehme, meinen Raum so zu gestalten, dass er mir guttut, ist das keine Arbeit, sondern ein Geschenk an mich selbst. In stressigen Zeiten, wenn viele Veränderungen gleichzeitig anstehen, ist der eigene Raum oft das Erste, das ins
Wanken gerät. Dann hilft es, sich auf kleine, greifbare Dinge zu konzentrieren. Eine freie Fläche, ein Schrank, der sinnvoll eingeräumt ist oder einfach ein Platz, an dem man zur Ruhe kommt.

Ordnung verbindet – auch über Grenzen hinweg

Im Podcast mit Aline und Tanja wurde mir wieder bewusst, wie vielfältig die Welt der Ordnung inzwischen ist. Früher war Aufräumen ein Nebenthema zwischen Frühjahrsputz und guten Vorsätzen. Heute ist es viel mehr: Teil von Lebensphasen, Veränderungen und persönlicher Entwicklung. Es gibt inzwischen Ordnungscoaches
für fast alles: Familien, Papierkram, digitale Ordnung oder den großen Umzug. Uns alle verbindet, dass wir Menschen dabei begleiten, Ordnung als etwas Lebendiges zu sehen. Nicht als starres System, sondern als Unterstützung, die sich mit dem Leben bewegt. Und genau das erlebe ich immer wieder: Ordnung bringt Menschen zusammen. Auch beim Umzug, wenn vieles neu ist, hilft sie, sich einzurichten, nicht
nur in Räumen, sondern auch im Kopf.

Zwischen Steckdosen und Neuanfang

Mein Umzug hat mir gezeigt, dass Ankommen Zeit braucht. Es geht nicht nur darum, Möbel aufzubauen und Steckdosen zu verstehen, sondern sich innerlich auf Neues einzulassen. Ordnung zu schaffen, war für mich dabei wie ein roter Faden: Sie gab Struktur, half beim Loslassen und ließ Raum für das, was sich neu entwickeln durfte. Wenn man den Blickwinkel ein wenig verschiebt, wird Ordnung plötzlich zu etwas
Spielerischem. Sie ist kein Pflichtprogramm, sondern eine Einladung, das eigene Leben leichter zu machen. Und manchmal beginnt sie mit etwas so Profanem wie einem Stecker, der nicht passt und dem Gedanken: Dann eben ein anderer.

Lust auf Inspiration

Wer neugierig ist, kann die Folge „Umzug ins Ausland“ im Podcast „Ordentlich inspiriert“ hören.
Sie ist überall verfügbar, wo es Podcasts gibt.
https://ordentlich-inspiriert.podigee.io/62-auslandsumzug
oder auf Spotify
https://open.spotify.com/episode/0sCeBEZFl4etHBZ2R5tcmJ?si=yb0EsawCSuiIRcd-xa9ACA&context=spotify%3Ashow%3A4vNlHauIJG3nSwvS9zdO8O

Vielleicht erkennt ihr euch in manchen Momenten wieder. Ordnung muss kein starres Konzept sein. Sie
darf sich verändern, mitwachsen, flexibel bleiben, so wie wir selbst. Und wenn dabei noch Platz für ein Lächeln bleibt, umso besser. Und jetzt mal ehrlich: Wo würdest du dir gerade am liebsten einen Ordnungscoach wünschen – im Kleiderschrank, auf dem Schreibtisch oder im Kopf?